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Der Veitsberg

Mittelpunkt des Pfalzgebietes Salz? – Das Zentrum des Pfalzgebietes Salz, die eigentliche Pfalzanlage mit ihren notwendigen Repräsentations- und Kirchenbauten, ist auch bislang nicht sicher lokalisiert. Die ergrabenen Mauerzüge auf dem Veitsberg weisen den Platz, wenn schon nicht als palatium, so doch mindestens als fortifikatorischen Mittelpunkt des Pfalzgebietes aus.

Bereits die Ausgrabungen 1983-1985 hatten den Nachweis einer mehrphasigen Besiedlung karolingisch-ottonischer Zeit erbracht, mit Wällen und Gräben, Vor- und Hauptburg, Siedlungsresten und einem runden Steinbau im Zentrum der Anlage. Die seit 2010 untersuchte Nordwestecke der Hauptburg zeigt eine massive frühmittelalterliche Steinbebauung. Eine zwei Meter breite Umfassungsmauer bildet an dieser Stelle eine Ecke in der ein mächtiger Rundbau mit ca. 16 m Außendurchmesser sitzt.

Die Hauptburg

Die in den Luftbildern erkennbare rechteckige Gesamtform der Hauptburg konnte 2012 zumindest für die südwestliche Ecke archäologisch nachgewiesen werden: auf etwa 20 m Länge zeigte sich auch hier die 2 Meter breite Umfassungsmauer die wiederum nach Nordosten abbiegt. Insgesamt ergibt sich so auf der Südwestseite eine Mauerlänge von fast 130 Metern und damit eine Gesamtfläche für die wahrscheinlich kastellartige Kernanlage von etwa 1,5 Hektar.

Die bislang geborgenen Kleinfunde sind abgesehen von Spuren des spätmittelalterlich-neuzeitlichen Steinraubes dem 8. – 10. Jahrhundert zuzuordnen und stimmen so in hervorragender Weise mit den Schriftquellen überein, derzufolge der Pfalzkomplex Salz ab der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts seine politische Bedeutung verliert und aufgegeben wird.