Königspfalz Salz – Update am Ende der dritten Grabungswoche

Im Rahmen der aktuellen Ausgrabung, die am 13.07.2026 begann, wurden Reste eines frühmittelalterlichen Gebäudes mit mindestens drei Räumen entdeckt.

Mittlerweile konnte wieder ein bisschen mehr über die ergrabenen Mauerzüge herausgefunden werden. Die kreisrunde Steinsetzung ist kein Brunnen, sondern eine Zisterne. Geographen der Uni Würzburg fanden durch eine Rammkernbohrung heraus, dass das Bauwerk rund 4,5 m tief ist und einen Steinboden mit Lehmabdichtung besitzt.

Die Mauer des östlichsten Raumes, der nur zum Teil aufgedeckt ist, ist mehrphasig und besitzt eine abgerundete Ecke, bevor sie wiederum rechtwinklig abbiegt und in einen gangartigen Raum von rund 1,3 m Breite mündet.

Am Donnerstag fand eine öffentliche Grabungsführung statt, die trotz der großen Hitze sehr gut besucht war.

Die Grabung wird in der kommenen Woche abgeschlossen, die Mauerzüge mit Geovlies überdeckt und alle Flächen wieder verfüllt.

Ein Gebäude mit mehreren Räumen

Mittlerweile konnte auch die Datierung zumindest eines Teils der Mauern des dreigliedrigen Geäudes geklärt werden.

Mindestens der Raum mit dem Brunnen ist Frühmittelalterlich, der direkt anschließende mit einiger Sicherheit auch. Die Mauer des Raumes, der bislang nur zum Teil aufgedeckt ist, ist mehrphasig (mindestens drei Phasen) und besitzt eine abgerundete Ecke, bevor sie wiederum rechtwinklig abbiegt. Das Gebäude geht also in Richtung Westen noch weiter. In die runde Biegung ist ein senkrecht stehender Quader verbaut, der aussieht wie ein Türstock.

Königspfalz Salz – Öffentliche Grabungsführung auf dem Veitsberg

Die Befestigungsanlage auf dem Veitsberg (nahe Hohenroth) spielt eine zentrale Rolle für die Erforschung der karolingisch-ottonischen Königspfalz Salz. Nach aktuellem Forschungsstand ist davon auszugehen, dass Karl der Große und seine Nachfolger bei ihren Aufenthalten in der Pfalz Salz dort residierten.

Im Rahmen der aktuellen Ausgrabung, die am 13.07.2026 begann, wurden nun Reste eines Gebäudes mit mindestens drei Räumen entdeckt. In die Außenwand des einen Raumes ist ein runder steinerner Brunnen eingebaut.

Die Grabung findet als Lehrprojekt mit Studierenden der Universität Jena in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege statt und wird unterstützt von den Gemeinden Salz, Hohenroth und Bad Neutstadt. Der nun aufgedeckte Gebäudekomplex stützt die Annahme, dass der Veitsberg das Zentrum des Pfalzgebietes ist.

Wir laden ein zur öffentlichen Grabungsführung am Donnerstag, den 30.07.2026, um 17:00 Uhr auf dem Veitsberg. Interessierte erfahren bei der Führung durch Petra Wolters mehr über den aktuellen Stand der Forschungen und die neuen archäologischen Befunde.

Die Ausgrabungen auf dem Veitsberg haben begonnen

Am Montag, 13.07.2026, haben die diesjährigen Ausgrabungen auf dem Veitsberg begonnen. Mit dem Bagger wurden fünf neue Flächen anschließend an die beiden vom Vorjahr geöffnet, vor allem um die bekannten Mauerzüge weiterzuverfolgen.

Zur großen Überraschung aller, fand sich statt der Fortsetzung der Mauer in Fläche 51 ein Brunnen, der vermutlich nachträglich in die Gebäudeecke eingebaut wurde. Auch zur zweiten bereits vom Vorjahr bekannten Mauer fanden sich die beiden Ecken, so dass sich insgesamt ein etwa 3 m breites Gebäude ergibt.

Für die karolingisch-ottonische Königspfalz Salz spielt die Befestigungsanlage auf dem Veitsberg eine wichtige Rolle. Nach dem jetzigen Forschungsstand muss davon ausgegangen werden, dass Karl der Große und seine Nachfolger bei Ihren zeitweiligen Aufenthalten in der Pfalz Salz dort wohnten. Die nun aufgedeckten Gebäude, erhärten diese Annahme sehr. Im Frühmittelalter bauten nur der König und die Kirche in Stein.

Grabungssaison 2026 – es wird spannend!

Am 13. Juli beginnt die neue Grabungssaison auf dem Veitsberg. Die Forschungen finden im Rahmen einer Lehrgrabung mit Studierenden der Universität Jena in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege statt.

Untersucht wird der westliche Bereich der Fläche von 2025, in dem sich vielversprechende Gebäudereste zeigten. Bislang ist nur eine Ecke des Baukörpers freigelegt. Daher soll versucht werden, die genau Größe und Form des Mauerwerks freizulegen.

Bekannt ist bislang eine kastellförmige Kernburg mit Mörtelmauer, Graben und Vorburgbereich des 8. bis 10. Jahrhunderts und eine hochmittelalterliche Nachnutzung im Zentrum der Anlage in Form einer kleinen Turmburg.

Der Nachweis einer frühmittelalterlichen Innenbebauung würde die Annahme stützen, dass es sich beim Veitsberg um das Zentrum des Pfalzgebietes Salz handelt.

Alle Bürger sind herzlich eingeladen uns auf der Grabung zu besuchen!

 

 

Kinderuni am Geschichtsmodell – von Karl dem Großen bis Rhönklinikum

Die erste Vorlesung der diesjährigen Kinderuni fand Anfang Oktober mit Petra Wolters am lebendigen Geschichtsmodell am Busbahnhof statt. Die Teilnehmer erlebten eine multimediale Zeitreise durch die Jahrhunderte – von den Anfängen der Königspfalz Salz im 6. Jahrhundert bis zum heutigen Wirtschaftsstandort Bad Neustadt.

Am Modell erlebten die Kinder, wie sich Bad Neustadt und seine Umgebung vom Frühmittelalter bis in die Neuzeit entwickelt und sich die Landschaft, Flüsse und Siedlungen über viele Jahrhunderte verändert haben.

Ein besonderer Schwerpunkt der Vorlesung lag auf dem Thema Archäologie und der Zeit des Frühmittelalters. Ausgangspunkt war der erste Besuch Karls des Großen im Jahr 790 in seiner Königspfalz Salz. In diesem temporären Regierungssitz hielt er Hof, stellte Urkunden aus und empfing Gäste aus aller Welt. Diese zentralörtliche Funktion übernahm im Spätmittelalter dann die Stadt Bad Neustadt.

Neue alte Mauern auf dem Veitsberg

Für die karolingisch-ottonische Königspfalz Salz spielt die Befestigungsanlage auf dem Veitsberg eine wichtige Rolle. Nach dem jetzigen Forschungsstand muss davon ausgegangen werden, dass Karl der Große und seine Nachfolger bei Ihren zeitweiligen Aufenthalten in der Pfalz Salz dort wohnten.

Die bisherigen archäologischen Maßnahmen hatten sich auf die Befestigungselemente und die Gesamtform der Anlage beschränkt und den Nachweis einer kastellförmigen Kernburg mit Mörtelmauer, Graben und Vorburgbereich des 8. bis 10. Jahrhunderts erbracht.

In diesem Sommer kann innerhalb des Mauerberings geforscht werden. Am 21. Juli starteten acht Studierende der Uni Jena zu einer neuen Grabungskampagne auf dem Veitsberg. Mit Hilfe des Baggers wurde der Humus abgenommen. Da sich bereits in der ersten geöffneten Fläche ein Mauerzug zeigte, wurde die Fläche T-förmig erweitert.

Mittlerweile konnten vier Mauerteile freigelegt werden, die möglicherweise zu mehreren Gebäuden gehören. Im Zentrum zeigte sich eine großflächige spätmittelalterliche Störung, die einen Teil der Mauern überlagert. Daher ist die Entstehungszeit der Bauwerke bislang unklar.

Wir arbeiten daran!

Archäologische Ausgrabungen auf dem Veitsberg 2025

Für die karolingisch-ottonische Königspfalz Salz spielt die Befestigungsanlage auf dem Veitsberg (nahe Hohenroth) eine wichtige Rolle. Nach dem jetzigen Forschungsstand muss davon ausgegangen werden, dass sich Karl der Große und seine Nachfolger bei Ihren zeitweiligen Aufenthalten in der Pfalz Salz dort einquartierten.

Die bisherigen archäologischen Maßnahmen hatten sich weitestgehend auf die Befestigungselemente und die Gesamtform der Anlage beschränkt und den Nachweis einer kastellförmigen Kernburg mit Mörtelmauer, Graben und Vorburgbereich des 8. bis 10. Jahrhunderts erbracht.

In den Jahren 2021 und 2022 konnte dann die forschungsgeschichtlich kontrovers diskutierte kreisrunde Erhebung im Zentrum der Kernburg untersucht werden, die sich als geradezu idealtypische hochmittelalterliche Turmhügelburg mit rundem Steinbau in der Mitte, umgeben von Palisade und Graben entpuppte. Dazu gesellte sich etwas südlich der Turmburg ein ebenfalls hochmittelalterlicher Keller. Diese beiden Befunde verdeutlichen, dass die frühmittelalterliche Anlage auch nach der Schenkung an das Bistum Würzburg nach 974 noch genutzt wurde.

Noch steht jedoch der Nachweis einer frühmittelalterlichen Innenbebauung aus und so soll zwischen dem 21. Juli und dem 8. August 2025 ein weiterer Versuch unternommen werden, etwaige Gebäudereste aufzudecken. Die Forschungen finden im Rahmen einer Lehrgrabung mit Studierenden der Universität Jena in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege statt.

 

Fresh off the press! Die Befestigung auf dem Veitsberg

Die öffentliche Buchpräsentation „Die Befestigung auf dem Veitsberg – Archäologische Untersuchungen zu palatium und castellum im karolingisch-ottonischen Pfalzgebiet Salz“ findet am 18.03.2025, ab 17:00 Uhr im Alten Amtshaus in Bad Neustadt statt.

Im Zentrum dieser Studie, dem dritten Band der Reihe „Interdisziplinäre Forschungen zur Königspfalz Salz“, stehen die Untersuchungen auf dem Veitsberg. Für die Klärung der Frage, ob es sich bei den Baulichkeiten auf dem Bergsporn um das repräsentative Zentrum des Pfalzgebietes Salz handelt, waren die aus den archäologischen Grabungen gewonnenen Erkenntnisse grundlegend. Nur durch die umfassende Auswertung aller erfassten Befunde und Funde konnte es gelingen, den Veitsberg als herrschaftliches Zentrum der Pfalzgebietes herauszuarbeiten, wobei sich die in den Schriftquellen hervortretende Bedeutung der Pfalz weniger in den Artefakten als in den Baulichkeiten, einer karolingerzeitlichen kastellförmigen Steinbefestigung, abzeichnet.

In die Untersuchungen flossen die Erkenntnisse aus vielen Nachbardisziplinen mit ein, wodurch es gelang, das Bild zu verdichten. Luftbildarchäologie, geophysikalische Messungen, geoarchäologische Bohrsondagen, digitale Geländemodelle und historische Karten trugen dazu bei, Topographie und Baubestand näher einzugrenzen. Chemische Analysen von Glas und Mörtel sowie zahlreiche Radiokarbondaten verdichten die Erkenntnisse. Die Auswertung des Tierknochenmaterials und archäobotanische Untersuchungen liefern wertvolle Hinweise zu umwelt-, wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Aspekten.

Die wichtige Rolle der Anlage tritt umso stärker hervor, wenn sie in die bekannte historische und archäologische Entwicklung der Mikro- und Makroregion eingebettet wird. Innerhalb des Pfalzgebietes zeigt sich das für karolingische und ottonische Pfalzorte geradezu charakteristische Nebeneinander von Burg/palatium und Wirtschaftshöfen. Großräumig betrachtet fügt sich der Veitsberg in die bekannten Entwicklungen des frühmittelalterlichen Landesausbaus ein, als dessen Träger das Königtum, die Kirche und der Adel in Erscheinung treten.

Das Buch ist im Verlag Beier & Beran erschienen und kann dort oder bei der Universität Jena – Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte bestellt werden. In Bad Neustadt ist der Band in der Stadthalle erhältlich.

 

…”nam fluminis huius Rivus adhuc modicus haec ipsa palatia cingit” – Geophysik zwischen Saale und Mühlbach

Am Montag, den 11. November, konnte mit Hilfe von Kollegen der Universität Würzburg eine Geomagnetikmessung im Bereich zwischen Kurpark und Triamare durchgeführt werden. Anlass waren zahlreiche Nachrichten von Historikern des 18. und 19. Jahrhunderts, die Pfalz Karls des Großen hätte hier gestanden.

So schreibt Johann Georg von Eckhart, ein Schüler Gottfried Wilhelm Leibniz‘, 1725 in seiner Abhandlung „Gründliche Nachricht von der Kayserl. und Königlichen Alten Saltzburg, und dem Pallaste Saltz in Francken“: „Es kann aber seyn, daß, wie Carolomanni Bruder Pippinus König der Francken geworden war, und ihm hernach sein Sohn Carl der Große nachfolgete, dieser wegen seines großen Hof-Staats Salzburg zu klein, auch wegen des hohen Berges etwas unbequemlich gefunden, und deßwegen unten an der Saale einen geraumen Pallast gebauet und die Salzburg nur vor eine Königliche Festung beybehalten habe. Denn bald hernach werden wir diesen Pallast unten auf der zimlich großen Insel, welche die Saale zwischen Salzburg und der Neustadt machet, antreffen“. Nachdem er den Poeta Saxo zitiert folgert er: „Von dem Pallaste Salz sagt der Poeta Saxo, der diesen Orth wohl betrachtet haben muss, er liege nicht weit von dem Ursprunge der Saale, und ein mäßiger Arm desselben fließe um ihn herumb. Die Salzburg kann nicht von der Saale, der hohen Gegend wegen umflossen werden; und die Neustadt eben dieser Ursache halben auch nicht. Es folgt also hieraus, daß der Pallast an denjenigen Orthe zwischen Neustadt und der Saale, gestanden habe, wo anizt die Saale daselbst, wie auch vorher schon erwehnet, eine ziemliche große Insul machet. Man siehet zwar alda keine Nachbleibsel dieses prächtigen Gebäudes: allein deßwegen darff man nicht zweifflen, daß es da gewesen“. Warum keinerlei Reste des Palastes erhalten sind, erklärt er folgendermaßen: „Zu den Gebäuden dieser Stadt sind ohne Zweiffel die Steine des Pallastes Salz angewendet worden, so daß man davon anjezt nicht die geringste Spur mehr antrifft. Indessen heisset das Thor, so auf die Insul, da der Pallast gestanden, zu gehet, annoch das Salz-Thor, und zeiget die alte Lage desselben an“.

Zu Neustadt weiß er auch noch zu berichten: „Unter Carolo M. werden wir Palatium Salz unter der Salzburg antreffen: die Salzburg und dieser Pallast haben Gelegenheit zur Villa Salz gegeben, so izt die Neustadt heißet, und ist noch allda die Tradition unter den Leuten, daß, wo die Neustadt stehet, vorhin der königliche Hoffstall gewesen und seine Bedienten von dar nacher Brent in die Kirche gegangen seyn. Die Könige hergegen hatten ihre Hof-Kirche oben auf der Salzburg, davon man die Uberbleibseln noch siehet […]“.

150 Jahre später schreibt Josef Koch, dass nun allerdings nichts mehr davon übrig sei. Nichtsdestotrotz kann er die Lage des von Eckhart angeführten „Insel-Palastes“ benennen: „Er soll im Wiesengrunde, nun die „Au“ genannt, gestanden sein, da wo unweit des jetzigen Neustadt die Saale eine große Insel bildet“.

So schien es also angebracht, sich diese Stelle einmal genauer anzuschauen. Im Messbild (sog. Magnetogramm) lassen sich – entgegen den Ausführungen der vorher genannten Historiker – jedoch keinerlei Hinweise auf die ehemalige Königspfalz bzw. Gebäudestrukturen in diesem Areal ausmachen.