Tierknochen erhalten sich in der Regel gut und werden bei Ausgrabungen oft in großen Mengen entdeckt. Die Archäozoologie widmet sich der Auswertung und Interpretation dieser Überreste. Sie gibt Hinweise auf Ernährungs- sowie Jagdgewohnheiten und beleuchtet die Umweltbedingungen.
Haustiere wie Rind, Schwein, Schaf, Ziege und Huhn sind zahlreich vertreten. Wie Schnittspuren zeigen, handelt es sich vorrangig um Schlacht- und Speiseabfälle. An den einzelnen Fundplätzen gibt es deutliche Unterschiede. Auffällig ist die große Menge an Schweineknochen vor allem junger Tiere auf dem Veitsberg – ein typisches Phänomen frühmittelalterlicher Herrschaftssitze. Schweine waren bevorzugte Fleischlieferanten und ein Luxusgut, das von den Bewohnern der Königsgüter häufig als Abgabe gefordert wurde.
Der Stellenwert des Forstes und der Jagd wird durch die Artenvielfalt und Mengen an Wildtierknochen auf dem Veitsberg eindrucksvoll belegt – immerhin 49 verschiedene Wildtiere sind nachweisbar. Die acht Fischarten zeugen außerdem von einer eifrigen Nutzung der verschiedenen Gewässer in unmittelbarer Nähe. Sperber und Wanderfalke machen die Ausübung der Beizjagd wahrscheinlich. Besonders große, männliche Wildschweine, Elch und Braunbär zeigen die Bedeutung der Prestigejagd.
Wie auf Herrschaftssitzen des Frühmittelalters üblich, ist der Anteil der Wildtierknochen deutlich höher als in Siedlungen gleicher Zeitstellung, da die Jagd ein elitäres Vergnügen war. Der enorm hohe Anteil von 13 % am gesamten Knochengewicht, zeugt von der großen Bedeutung der Jagd und des Forstes für das frühmittelalterliche Königtum. Die äußerst geringen Anteile von Rothirsch, Reh und Feldhase in den nahegelegenen und zum Güterkomplex gehörenden Siedlungen Brend(lorenzen) und Mühlstatt-Binsenhausen verweisen dagegen auf den eingeschränkten Zugriff der dortigen Bewohner auf Wildtiere.
Für das Jahr 826 ist zudem eine Herbstjagd König Ludwigs des Frommen in den Schriftquellen überliefert.




