Königspfalz Salz – Grabungskampagne 2026 auf dem Veitsberg beendet
Im Jahr 790 besuchte Karl der Große erstmals die neuerrichtete Königspfalz Salz. Bis 948 kamen zahlreiche Könige und Kaiser für einige Tage, Wochen oder auch Monate an die Fränkische Saale. Danach verlor Salz ganz offensichtlich seine Bedeutung und das gesamte Pfalzgebiet wurde um 1000 größtenteils an das Bistum Würzburg, ein kleiner Teil an das Stift St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg verschenkt.
Für das ganze 11. und 12. Jahrhundert liegen kaum Schriftquellen vor. Auch der Veitsberg selbst wird erst wieder im 13. Jahrhundert erwähnt.
1284 wird eine Kapelle auf dem Veitsberg in den historischen Quellen genannt. Dabei wird die capella in monte sancti Viti apud Novam civitatem Ziel einer Auseinandersetzung zwischen dem Zisterzienserkloster Bildhausen und dem Stift St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg. Der Würzburger Bischof Berthold II. musste in diesem Jahr seine Schenkung der Kapelle an Bildhausen widerrufen, da Aschaffenburg den Nachweis führen konnte, dass diese ab ilIis temporibus quorum non extat memoria, also „seit unvordenklichen Zeiten“ zur Mutterkirche Brend gehöre. Und die war 974 im Zuge der Auflösung der Königspfalz von Otto II. an Aschaffenburg übertragen worden.
Daher ist der bei der diesjährigen Ausgrabung geborgene Fund einer Münze von ganz besonderer Bedeutung. Es handelt sich um einen Silberpfennig des Bamberger Bischofs Heinrich I. von Bilversheim, geprägt zwischen 1242 und 1257 – also gute 30 Jahre früher als die schriftliche Ersterwähnung.
Auch die Tatsache, dass es sich um eine Bamberger Prägung handelt ist erstaunlich, da das Pfalzgebiet größtenteils würzburgisch war. Das Stift St. Peter und damit der Eigentümer der Veitskapelle, gehörte wiederum zum Erzbistum Mainz.
Die Münze fand sich in den zuletzt geöffneten Flächen, im Bereich des östlichsten Raumes des frühmittelalterlichen Gebäudes. Die fast zwei Meter hoch erhaltene Mauer ist mehrphasig und der Innenraum war mit spätmittelalterlichem Material verfüllt.
Auch im mittleren Raum lag vollflächig Bauschutt des Spätmittelalters, exakt begrenzt von den Wänden des Zimmers. Vermutlich wurde hier ein Gebäude – die Veitskapelle? – einplaniert, was zur schriftlichen Überlieferung passt. 1494 wird eine baufällige Kapelle auf dem Veitsberg sowie „3 Joch unbebauter Weinberge, 3 ½ Joch Wiesen und 18 Äcker Ackerland, welche ½ Pfd. Wachs und 36 Pfennige gewöhnlichen Geldes zinsen“ auf eine Vikarie in der Pfarrkirche zu Neustadt übertragen.
Am Donnerstag, 06.08.2026 wurde die diesjährig Grabung auf dem Veitsberg abgeschlossen. Die Mauern wurden zu Ihrem Schutz wieder mit Erdboden bedeckt. Im nächsten Jahr geht’s weiter – an einer anderen Stelle im Pfalzgebiet.





