Treten Sie ein – Eingang ins Mittelalter

Ein letztes Mal konnten sich am 3. Oktober 2013 zahlreiche Besucher die Originalbefunde auf dem Veitsberg anschauen.

Besonders beeindruckte dabei das jüngst aufgedeckte Pflaster in der südlichen Ecke der Anlage, das in direkter Fortsetzung eines Hohlweges hangabwärts die kürzeste Verbindung in das Saaletal und zu den Siedlungen Binsenhausen und Mühlstatt darstellt.

Die in diesem Bereich ergrabenen Funde – darunter auch Fensterglas und rheinländische Importkeramik – belegen einmal mehr die hochwertige Ausstattung der Anlage.

Einladung zur öffentlichen Grabungsführung am 3. Oktober 2013

Am 3. Oktober finden die abschließenden Grabungsführungen auf dem Veitsberg statt. Um 11.00 und um 14.00 Uhr werden die Ergebnisse der diesjährigen Grabungskampagne vorgestellt und die Arbeiten näher erläutert.

In der südlichen Ecke der Anlage wird die Umfassungsmauer mit Ecksituation und weiterer Steinbebauung zu sehen sein, die Fortsetzung des Turmes kann in der Nordwestecke bewundert werden und das eindrucksvolle Grabenprofil liefert einen ersten Eindruck der Vorburgbefestigung. Eine Auswahl des geborgenen Fundmaterials zeigt die qualitätvolle Ausstattung der Anlage.

 

Das Grabungsteam 2013 freut sich auf Ihren Besuch!

Aller Guten Dinge sind drei – letzte Grabungsflächen auf dem Veitsberg

Vor gut einer Woche wurden auf dem Veitsberg die letzten Grabungsschnitte für dieses Jahr geöffnet. Sowohl in der Nord als auch in der Südecke der Anlage wurden insgesamt drei Flächen vom Oberboden befreit.

Nach dem Putzen der Flächen, deuten sich in der Nordecke jeweils die Umfassungsmauer und die im Luftbild erkennbaren inneren Gräben an. Durch Bohrungen mit dem Pürckhauer-Bohrstock können diese Ergebnisse abgesichert werden, auch ohne flächig in das Bodendenkmal einzugreifen. Dabei wird ein 1 Meter langer Hohlmeißel aus Stahl in den Boden getrieben, in dessen ausgehöhltem Schaft das Erdmaterial durch den Einschlagdruck hängen bleibt. Nach dem Ziehen des Bohrstocks können dann die nach unten folgenden Schichten bestimmt werden.

Im Schnitt zwischen den im letzten Jahr geöffneten Flächen 6 und 7 in der Südecke, zeigt sich nach dem Humusabtrag mit dem Bagger fast flächig ein Steinversturz. Bislang ist zwar keine Struktur erkennbar, doch bereits jetzt wird deutlich, dass sich an dieser Stelle eine massive Steinbebauung befunden haben muss.

Im Vorburggraben haben wir mittlerweile die Grabensohle erreicht und auch in Schnitt 3, der östlich des ergrabenen Turmrundes liegenden Fläche, konnte trotz des anhaltenden Regens dank eines improvisierten Notdaches aus Planen, der innere Graben weiter abgetieft werden.

 

Nachwuchsarchäologen auf dem Veitsberg

In den letzen 2 Augustwochen bekam die Grabungsmannschaft auf dem Veitsberg Unterstützung von den Nachwuchsarchäologen aus Bad Königshofen und Bad Neustadt. Insgesamt fast 40 Kinder besuchten an 2 Tagen die laufende Ausgrabung und erfuhren dabei, was es über die Anlage auf dem Veitsberg zu wissen gibt, aber auch wie Archäologie überhaupt funktioniert.

Das theoretisch erlernte Wissen konnten die Nachwuchsarchäologen dann zusammen mit Ihren grabungserfahrenen Kollegen gleich am Originalbefund in die Praxis umsetzen. Vom Pickeln, über das Freiputzen der Befunde mit der Kelle bis hin zum zeichnen und nivellieren wurde jeder Arbeitsschritt, der für eine exakte Dokumentation auf einer Ausgrabung notwendig ist geübt. Und wie die „Großen“, so stellten auch unsere kleinen Kollegen bald fest, dass der eine lieber pickelt, während dem anderen das Zeichnen leicht von der Hand geht – beim Nivellieren scheiden sich die Geister vollends, denn hier gilt es zu rechnen.

Trotzdem hatten Groß und Klein Spaß und wurden, nachdem auch die geborgenen Funde begutachtet und datiert waren, zuguterletzt mit einer Brotzeit belohnt.

Im Osten was Neues

 

In einem schmalen Schnitt auf der bislang völlig unerforschten Ostseite der Anlage, gelang nun ebenfalls der Nachweis der steinernen Umfassungsmauer.

Wenn auch stark gestört – die übrig gebliebenen Steine befinden sich maximal 10 cm unter der rezenten Ackerkrumme – so ist dennoch der Verlauf eindeutig. Mörtelreste und einige größere Steine markieren deutlich die Lage der ehemaligen Mauer.

Am kastellartigen Grundriss der Anlage mit einem Mauerbering auf allen vier Seiten des Bergspornes bestehen nun kaum mehr Zweifel.

Präsentation der ersten Ergebnisse

 

Wieder fanden sich am 15. August zahlreiche interessierte Besucher auf dem Veitsberg ein, um sich über die ersten neuen Ergebnisse der diesjährigen Grabungskampagne zu informieren.

Erklärt wurden aber nicht nur die neuen Befunde, sondern auch die Forschungsgeschichte, historische Zusammenhänge und vor allem auch die Vorgehensweise archäologischer Ausgrabungen.

Abgerundet wurden die Führungen durch die Präsentation einiger Funde und einer kleinen Einführung in Datierungsmethoden.

Das Grabungsteam freute sich über die vielen Fragen von Groß und Klein, denn sie machen das Interesse am Veitsberg, der eigenen Geschichte und der Archäologie mehr als deutlich.

 

Das größtenteils ausgebrochene Turmrund in Schnitt 8. Deutlich erkennbar ist die halbkreisförmige Brandschicht im Inneren des Turmes.

Turm und Graben am Ende der dritten Grabungswoche

Am Ende der dritten Grabungswoche haben wir die Grabensohle erreicht, die mit knapp 3,50 Metern etwas weniger tief ist, als in der Grabung von 1984. Der Graben ist in den anstehenden Fels eingetieft – eine ungeheuere Kraftanstrengung beim Bau!

Im Schnitt 8 (Turmfortsetzung) zeigt sich das Turmrund perfekt, wenn auch größtenteils leider nur als Ausbruchgrube. Im Turminneren liegt flächig die bereits aus 2012 bekannte Brandschicht. Im Westen stößt der Turm wie erwartet mit der Umfassungsmauer zusammen.

 

Öffentlichen Grabungsführungen 2013

Schon im letzten Jahr, waren Teile des fast 5 Meter tiefen Grabens zu sehen. In diesem Jahr wollen wir bis auf die Grabensohle.

Auch in diesem Jahr wird die Grabungsmannschaft auf dem Veitsberg wieder öffentliche Grabungsführungen anbieten und zwar am 15. August und am 3. Oktober 2013. Jeweils um 11.00 und um 14.00 Uhr werden die die bisherigen Ergebnisse vorgestellt und die Arbeiten erläutert.

Das Grabungsteam freut sich auf Ihren Besuch!

Grabungsschnitte nach Winterpause

Die Archäologen sind da – Grabungsbeginn 2013

Wie schon im letzten Jahr, begann die Grabungssaisson 2013 auch diesmal bei bestem Wetter. In diesem Jahr soll der Rest des Turmes, der im Luftbild erkennbare innere Graben und vor allen Dingen die große Wall-Graben-Anlage erforscht werden.

Wie gewohnt lieferte der Bauhof der Stadt Bad Neustadt unerlässliche Dinge wie Bauwagen, Werkzeugcontainer, Wasserfass oder Schubkarren.
Am Dienstag wurden zwei der drei geplanten Schnitte mit Hilfe des Baggers vom Bauhof Hohenroth vom Oberboden befreit.

In den verbleibenden 2 Tagen legten die 6 Archäologen die ersten Befunde frei – in beiden Schnitten trat bereits die Umfassungsmauer zum Vorschein und die ersten Steine des Turmrunds zeigten sich im Planum.

Der Veitsberg bei Sonnenaufgang

Grabungssaisson 2013

Neue Ausgrabungen ab Juli 2013
Ein letztes Mal werden in diesem Jahr vom 22. Juli bis 11. Oktober archäologische Untersuchungen auf dem Veitsberg stattfinden. Wieder nehmen Studenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an der Lehr- und Forschungsgrabung der Universität Jena teil. Wir hoffen in diesem Jahr noch die wichtigsten Fragen klären zu können.

Wie im letzten Jahr, wird es mehrere öffentliche Grabungsführungen, Kinderuni und Informationsveranstaltungen geben. Interessierte Besucher sind uns jederzeit willkommen. Alle Termine werden über die Lokalpresse bekannt gegeben und wir werden auch auf diesem Blogg die wichtigsten Neuigkeiten und Informationen zugänglich zu machen.

Der Stadt Bad Neustadt, den Gemeinden Hohenroth und Salz danken wir sehr herzlich für ihre stets herausragende Unterstützung!