Woher weiß man, wo man nach Anzeichen menschlichen Lebens suchen und graben muss?

Ein Gastbeitrag von der Studentin Charlott Biesenthal

Es gibt verschiedene Wege und Möglichkeiten wie man herausfinden kann, wo eine Grabung einen wissenschaftlichen Nutzen erbringen kann. Auch können sich diese je nach Zeitepoche, welche man untersuchen möchte, unterscheiden.

Im Fall der Pfalz Salz gaben anfangs mittelalterliche Schriften Aufschluss darüber, dass in diesem Gebiet Karl der Große seine Residenz gehabt hat. Daraufhin wurden Luftbildaufnahmen des Gebietes, dazu gehört unter anderem der Veitsberg und die Flur Mühlstatt, betrachtet und auf Bewuchsmerkmale untersucht.

Bei Bewuchsmerkmalen auf einem Acker unterscheidet man zwischen zwei Arten: positiven und negativen, die sich dunkler und heller abzeichnen. Positive zeichnen sich durch größere und stärkere Pflanzen aus. Dies kommt deshalb zustande, weil sich im Boden unter den Pflanzen mehr Mineralien und weniger Steine befinden. Grund dafür können wieder verfüllte Gräben oder Gruben früherer Siedlungen oder andere eingetiefte Bestandteile sein. Negative Bewuchsmerkmale zeichnen sich, im Gegensatz zu den positiven, durch kleinere und schwächere Pflanzen aus. Grund hierfür ist meist ein ungeeigneter, möglicherweise sehr steiniger oder mit einer festgetretenen Erdschicht durchgezogener Boden. Dies kann beispielsweise durch einen ehemaligen festgetretenen Weg oder eine verschüttete Mauer hervorgerufen werden. Mithilfe dieser Merkmale konnte man einige wichtige Bestandteile der Steinbebauung auf dem Veitsberg und der dazugehörigen Handwerkersiedlung, in der im August 2019 gegraben wurde, erkennen.

Nach der Auswertung der Bewuchsmerkmale wurde eine sogenannte Feldbegehung durchgeführt. Dabei wurden auf der Oberfläche der entdeckten Fundstelle sogenannte Lesefunde, beispielsweise Keramik und Metallgegenstände, eingemessen und eingesammelt.

Neben dieser Feldbegehung wurde eine geomagnetische Prospektion durchgeführt. Hierzu wird ein Gerät hinzugezogen, das Änderungen des Magnetfeldes aufzeichnet, die durch archäologische oder geologische Strukturen im Boden hervorgerufen werden. Das Ergebnis dieser Messung ist meist eine Karte in unterschiedlichen Graustufen, welche diese archäologischen Strukturen abbilden. Als dann auch noch die bürokratischen Hürden genommen waren, konnte die Grabung durchgeführt werden.

Positive Bewuchsmerkmale in der Flur Mühlstatt ((c) K. Leidorf; Umzeichnung A. Wunschel) .
Magnetogramm vom Veitsberg. Deutlich sind die zahlreichen Gräben und Gruben erkennbar ((c) J. Fassbinder).